tip-Magazin Mai 2008

Die Idee zu unserer Wohngemeinschaft ist dadurch entstanden, dass ich mit meinem Partner Jörg Müller Weine in einer anderen Form präsentieren wollte. Wir haben ein ständig wechselndes Angebot, das insgesamt auf unserem alten Tresen steht, dazu bieten wir unseren Gästen ein Menü an.

Wer nur einen Snack möchte, bekommt zum Beispiel Chicken-Wings serviert. Die WG ist eigentlich die Abkürzung für „Weine & Geflügel“. Wobei sich das Geflügel weniger aufs Federvieh, sondern auf alles bezieht, was fliegt und Flügel hat. Die Abkürzung WG ist zu unserem Motto geworden. Wir wollten eine gemütliche Bar kreieren, in der man nicht nur trinkt, sondern auch seinen Spaß hat, Freunde trifft und sich auch mal genüsslich hinfläzen kann.

Eben eine kleine Wohnung – das sprichwörtliche zweite Wohnzimmer. Außerdem hat in Berlin fast jeder seine Erfahrungen mit Wohngemeinschaften gemacht. Die einen verbinden mehr, die anderen weniger positive Erinnerungen damit.

So ist unsere Speisekarte als Einkaufsliste gestaltet, die Öffnungszeiten finden sich auf einer Art Wochenplan, es gibt eine beleuchtete Toilette und ein Bett. Die Gäste sollen hier natürlich nicht schlafen. Es soll vor allem bequem sein, als Unterlage für eine Unterhaltung, dazu den passenden Wein. Den Rausch ausschlafen sollte dann jeder daheim.

Ich mochte die Idee von Anfang an und bin sehr zufrieden, dass unser Bett auch bei den Gästen sehr gut angekommen ist. Es ist meist sogar der erste Platz, der in Beschlag genommen wird. Es steht in der Mitte des Zimmers, und die Gäste haben einen sehr guten Blick auf die ganze Bar und andere Gäste. Es sollte eben alles wie im richtigen Leben wirken. Nur kleiner. In einer WG treffen Menschen aufeinander, die sehr gut miteinander können, andere, die sich nicht verstehen und sich wieder trennen.

Meistens hält aber ein fester Kern zusammen. So ist es auch mit vielen Gästen, die einen werden heimisch, die anderen fühlen sich unwohl und finden einen anderen Ort. Der Wechsel ist immer wichtig, ob in einer Bar oder in einer richtigen Wohnung. Es gibt sogar schon ein paar reale Wohngemeinschaften, die bei uns ein zweites Zuhause gefunden haben.

Weine & Geflügel – Die WG
Malplaquetstraße 43, Wedding, Di-So 19-2 Uhr, Nichtraucher, www.weineundgefluegel.de


Text
: Martin Daßinnies

 

Zitty, Berlin, September 2008

Im Schaufenster hängen Brathühner aus Plastik und leere Weinflaschen: Witwe Bolte macht wohl heute einen drauf. An der Tür wird – typisch Wedding – darauf hingewiesen, dass geraucht werden darf und nur Erwachsene Zutritt haben. Doch ansonsten unterscheidet sich das Weine & Geflügel deutlich von den Eckkneipen im Kiez: kahle Wände mit künstlichen Tierfellen, zusammengestöpselte Retro-Möbel wie in einer Wohngemeinschaft, im hinteren Zimmer ein buntes Bett zum Rumlümmeln. Auf der Theke steht die wechselnde Weinauswahl. Die Preise dafür sind einheitlich, 0,2 Liter kosten 2,50 Euro, die Flasche mit 0,75 Litern 9 Euro. Das ist, angesichts der Qualität der Weine, durchaus günstig. Bei unserem Besuch waren fünf Weißweine im Angebot, darunter ein akzeptabler Rioja und ein etwas dünner Soave, beim Roten standen acht oder neun Flaschen zur Auswahl, so ein süffiger Nero d’Avola und ein gut trinkbarer Bordeaux. Nichts für Gourmets, für Weinfans aller Altersgruppen, die gerne auch mal ein Glas mehr trinken wollen, allemal sehr komfortabel. Kleiner Wermutstropfen: Hühner zum Wein gibt es leider nicht zu essen, nur Kleinigkeiten wie Oliven, Nachos und Knabbergebäck stehen auf der Speisekarte.   

Malplaquetstr. 43, Wedding, U Nauener Platz, tägl. ab 19 Uhr, www.weineundgefluegel.de

 

Michael Pöppl   14.09.2008 | 08:00 Uhr

 

zibb vom 18.2.2009

Recyclingidee

Kuscheltiere werden wiederverwertet

 

Kuscheltiere gehören nicht auf den Friedhof, wie uns Stephen King weißmachen wollte. Nein, sie werden recycelt. Den Kuscheltieren werden Geweihe implantiert, mit denen sie dann wie Jadgtrophäen an der Wand hängen.

 

Die Idee hatte Ebba Looden: Die kommt aus Ostfriesland, arbeitet als Landschaftsgärtnerin und hatte mit Kunst gar nicht viel am Hut. Aber sie hat einen Jagdschein. Und als sie ihren ersten Bock schoss, stellte sie fest, dass die Jagd auf Wild doch nichts für sie sei.

Nun wandelte sie ihre Jagdtrophäe „teddymässig“ um. Und so war die Idee des "Kuscheltierrecyclings" geboren. Momentan sind Ihre Teddys mit Geweih auch in einer Ausstellung zu sehen: in der Bar "Weine und Geflügel" in Berlin Wedding. Kaufen darf man sie da natürlich auch.

Kuscheltierrecycling

Kontakt Ebba Looden via E-mail: ebbalo@gmx.de

Ausstellung

"Weine und Geflügel"
Malplaquetstr. 43
13347 Berlin- Wedding
täglich ab 19 Uhr

Ein Beitrag von P. Pantel